Hochtemperaturröhren aus nahtlosem Stahl sind darauf ausgelegt, kontinuierlichen Betrieb bei Temperaturen bis zu 650°C zu ermöglichen, was für Anwendungen in der Energieerzeugung, Petrochemie und Industrieöfen entscheidend ist. Diese Röhren werden aus Legierungsstählen hergestellt, die Chrom, Molybdän oder Vanadium enthalten (z. B. ASTM A335 P91, ASME SA213 T22), um bei hohen Temperaturen Stabilität und Oxidationswiderstand zu gewährleisten. Der nahtlose Herstellungsprozess – entweder durch Warmextrusion oder Durchstechen – eliminiert Nahtstellen, was Versagenspunkte in Hochspannungsumgebungen reduziert. Wesentliche Eigenschaften umfassen einen hohen Kriechfestigkeitswert (mindestens 1% Dehnung in 100.000 Stunden bei 550°C), thermische Stabilität (geringer Ausdehnungskoeffizient) und Oxidationswiderstand (Bildung schützender Oxidschichten wie Cr₂O₃). Normen wie ASTM A213 (Dampfrohre) und EN 10216-2 (hitzebeständige Stahlrohre) legen chemische Zusammensetzungen (z. B. Cr 2,25–9%, Mo 1–1,25%) und mechanische Tests (Härte, Aufprallfestigkeit bei Betriebstemperatur) fest. Oberflächenbehandlungen können Antioxidationsschichten (Aluminiumdiffusion) für extreme Bedingungen beinhalten, während eine präzise Dimensionierung (OD-Toleranz ±0,5%, Wandstärke ±5%) die Kompatibilität mit Flanschverbindungen in Hochtemperaturoleführen sicherstellt. Diese Röhren werden in Dampfüberhitzern, Nachheizern und Prozessheizern eingesetzt, wo ein Versagen zu katastrophalen Stillständen führen könnte, weshalb eine strenge Qualitätskontrolle (Eddy-Current-Test, Korngrößeanalyse) zur Erfüllung von Branchenstandards unerlässlich ist.